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Chronik des Vereins
Das Schützenwesen ist in vielen bayerischen Dörfern und Städten seit Jahrhunderten traditionsreich nachgewiesen. Wie fast in allen Dörfern des Lechreins wurde auch in Geretshausen 1898 eine sogenannte 'Zimmerstutzengesellschaft' gegründet.
Bedauerlich ist nur, daß dem Verein von den Jahren 1899 bis 1933 sämtliche Aufzeichungen fehlen. Am 23. November 1933 wurde die Schützengesellschaft neu gegründet und dem Bayerischen Schützenverband angeschlossen. Es wurde ihr der Name "Edelweiß" verliehen.
Die Gründungsmitglieder 1933
1. Schützenmeister
Johann Raab
2. Schützenmeister
Martin Schiffmann
1. Schriftführer
Josef Schäffler
2. Schriftführer
Georg Schweiger
Kassier
Josef Braumiller
Bis zum Schießjahr 1938/39 verlief alles normal, aber durch den Zweiten Weltkrieg wurde auch das Vereinsleben aufgehoben.
Am 22. November 1953 wurde eine Versammlung zur Wiedereröffnung des Schießens nach dem Krieg einberufen. Nach vierjäriger Pause wurde der Verein am 14. Dezember 1960 erneut ins Leben gerufen. Zum 1. Schützenmeister wurde Ingaz Zwickel gewählt, der dieses Amt bis zum Jahr 1969 behielt. Von 1969 bis 1989 führte Simon Grünecker mit Geschick und viel Erfolg den Verein.
Das Vereinslokal war immer die Gastwirtschaft Braunmiller-Böck. Mit den Jahren hatten sich viele Schützen aus Petzenhausen dem Verein angeschlossen. So wurde auch jeweils eine Woche in Geretshausen und eine Woche in Petzenhausen geschossen. Nach einigen Unstimmigkeiten trennte man sich im Jahr 1967 und Petzenhausen gründete einen eigenen Schützenverein. Nach dem Neubau der Gastwirtschaft Böck durfte sich der Verein ein Schützenheim mit vier Schießständen im Keller einrichten.
Aus Anlaß des 70jährigen Vereinsbestehens fand im Jahr 1968 ein Jubiläumsschießen statt, an dem sich zwölf Nachbarvereine mit 169 Schützinnen und Schützen beteiligten. Das Preisschießen verlief zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer und des Veranstalters. Sehr große Erfolge konnten einige des Vereins feiern, ob bei Preis-oder Jubiläumsschießen.
Die größten Erfolge gab es jedoch bei Gauschießen. Innerhalb von nur sieben Jahren stellten die Edelweißschützen drei Mal den Gauschützenkönig. 1965 war es Wolfgang Hartl mit einem 28-Teiler, 1969 Georg Ostenrieder mit einem 10-Teiler und 1972 der 1. Schützenmeister Simon Grünecker mit einem 18- Teiler.
Das wohl größte Ereignis in der Vereinsgeschichte dürfte im Jahr 1975 die Fahnenweihe und das damit verbundene Gauschießen gewesen sein. Durch großzügige Spenden erwarb man eine eigene Vereinsfahne. Fahnenmutter war Maria Braunmiller, Fahnenbraut Elisabeth Feik und Fahnenjunker Johann Buttner.
Die Festwoche vom 11. bis 20. Juli 1975 begann buchstäblich mit einem Paukenschlag. Ein Gewittersturm wütete über Geretshausen so heftig, daß die Zeltplanen vom Bierzeltdach gerissen wurden. Alle Gäste verließen fluchtartig das Zelt um sich vor herabstürzenden Balken in Sicherheit zu bringen. Verletzt wurde niemand, doch der erste Schießabend und der anschließende gemütliche Abend im Bierzelt fiel förmlich ins Wasser.
Schon am Vormittag des Festsonntags fanden sich zahlreiche Schützenvereine mit Ihren Fahnenabordnungen ein, um gemeinsam die neue Fahne derEdelweiß schützen zu weihen. Pfarrer Dr. Hubert Kranzfelder vollzog die kirchliche Weihe im Rahmen eines Festgottesdienstes. Im Anschluß daran wurden die Fahnen zum Kriegerdenkmal getragen, womit zum Ausdruck gebracht werden sollte, daß die Toten in die Gemeinschaft der Lebenden mit einbezogen sind.
Höhepunkt der Festwoche war der Festumzug. 5.000 Gäste erlebten bei strahlendem Sonnenschein eine Schützendemonstration wie sie bis dahin nicht stattgefunden hat. Aus dem stillen Dorf mit seinen 330 Einwohnern wurde ein Festplatz. 90 Vereine und neun Musikkapellen beteiligten sich am Umzug und zeigten sich in ihren vielfätigen Trachten. Alle Gäste und Bewohner werden die Fahnenweihe in Geretshausen in guter Erinnerung behalten.
Über eine Woche stand Geretshausen ganz im Zeichen des Schießsports. 814 Schützinnen und Schützen käpften um die Gauwürde. Bei der Preisverleihung wurde immer wieder auf die wunderschönen Sachpreise und die vielen freiwilligen Stunden der Helferinnen und Helfer, ohne die dieses Schützenfest nicht durchführbar gewesen wäre, hingewiesen. Mit einem gemütlichen Abend klang das große Fest aus.
Das Vereinsleben wurde auch in den folgenden Jahren sehr gepflegt und der Schützenverein nahm einen großen Aufschwung. Die Edelweiß-schützen beteiligten sich rege an Fahnenweihen, Preisschießen, Gauschießen und sonstigen Festlichkeiten. Das sogenannte
"Verlorener-Bach-Schießen"
wurde ins Leben gerufen, an dem sich acht Vereine beteiligen und das jedes Jahr von anderen Vereinen durchgeführt wird.
Die Mitglieder wurden zahlreicher und das Schützenheim im Gasthaus Böck schien oft aus allen Nähten zu platzen. So faßte man den Beschluß im Garten der Schule ein eigenes Schützenheim zu bauen.
Im Jahr 1983 konnte mit dem Bau begonnen werden und schon nach 18 Monaten konnte am 30. November 1984 mit der Hebauffeier das neue Schützenheim eröffnet werden. Der 1.Schützenmeister Simon Grünecker begrüßte alle Anwesenden und bedankte sich für die vielen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden die nötig waren, ein derart schönes Schützenheim zu erstellen. Ab dem 7. Dezember 1984 standen zehn Schießstände und ein gemütliches Schützenstüberl mit 70 Sitzplätzen zur Verfügung. Den Eröffnungsschuß gab Seniorschütze Georg Buttner ab.
Am 27. Oktober 1985 fand die Einweihungsfeier statt. Die Feierlichkeiten begannen um 10.00 Uhr mit einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche. Anschließend nahm Eckhard Fasold die kirchliche Weihe des neuen Heimes vor.
Simon Grünecker begrüßte alle Anwesenden recht herzlich. Zahlreiche Ehrengäste waren unter den 180 Gästen. Bürgermeister Kerber sprach den Geretshauser Bürgern Lob und Anerkennung aus. Aus der Hand von Bürgermeister Kerber erhielten die Initiatoren des Schützenheimbaus, Simon Grünecker, Johann Buttner, Erwin Böck, Ferdinand Braunmiller jun. und Konrad Edelmann eine kleine Anerkennung für ihre aufopfernde Arbeit. Nach dem gemeinsamen Essen bedankte sich der 1. Schützenmeister Grünecker noch einmal für die vielen geleisteten Arbeitsstunden und die zahlreichen Geldspenden, die den Schützenheimbau erst möglich gemacht haben.
Das Vereinsleben blüht seit dem Bau des Schützenheims auf, die Gemeinschaft und der Zusammenhalt der Schützen nahm zu. Der Verein hat derzeit 150 Mitglieder. Das höchste Ziel der Edelweiß-Schützen ist die Jugendarbeit, ohne die der Erhalt des Vereins nicht zu sichern ist.
Quelle: 'Vereinschronik der Edelweiß Schützen Geretshausen'